Freitag, den 03. Juli 2009

Man, was war das für ein Erlebnis! Wer am 27. Juni nicht die Gelegenheit hatte, Jennifer Rush in der Wuhlheide Open Air Arena live zu erleben, hat wirklich etwas großartiges verpasst! Jennifer hat es mit ihrer Stimme, ihrer Präsenz und ihrer Performance geschafft, die 15.000 Besucher der ausverkauften Veranstaltung in Berlin zu wahren Begeisterungsstürmen hinzureißen - mich eingeschlossen.
Aber der Reihe nach. Kurz nach 21.00 Uhr, nachdem Alphaville und andere Künstler ihre Auftritte hinter sich gebracht hatten, wurde durch den Moderator endlich die Rush-Hour eingeläutet. Jennys Band hat für den Opener "I Come Undone" das Intro der gleichnamigen Maxi-Single neu arrangiert und dadurch einen einzigartigen Countdown bis zum Erscheinen unserer Queen auf der Bühne hingelegt - Gänsehaut-Feeling pur. Die Menschenmassen kreischten, klatschten und jubelten und ich kam mir fast wie bei einem Britney Spears-Konzert vor. Falls ihr es nicht schon getan habt, schaut euch mein Video an, dann werdet ihr verstehen, was ich meine, einfach toll.
Dann war sie endlich da. Und es schien, als ob sie nie weg gewesen wäre. Im schwarzen Chiffon-Kleid mit hellen floralen Elementen (vorne kurz, an den Seiten und hinten etwas länger) vom Berliner Designer Stefan Reinberger und dazu schwarzen, langen Lackstiefeln sah Jennifer einfach atemberaubend aus. Sie war sichtlich gut drauf, man merkte ihr die Vorfreude auf das langersehnte neue Album förmlich an. Und diese Energie sprang auch auf das Publikum über. Ich hatte wirklich Mühe, meine DigiCam ruhig zu halten, weil es auf einmal ziemlich eng und drängelig um die Bühne herum wurde.
Sehr gut gefiel mir, dass die ersten drei Songs ("I Come Undone", "Never Say Never" und "25 Lovers") nahtlos ineinander übergingen und erst danach die Begrüßung des Publikums durch Jennifer stattfand. Und diese hatte es in sich: Nachdem Jenny erzählte, dass sie in Berlin gerade an ihrem neuen Album arbeiten würde, erwähnte sie, dass sie auch nach Berlin umziehen werde! Das überraschte nicht nur die hartgesottenen Fans wie mich, sondern das gesamte Publikum und dieses reagierte mit tosendem Applaus auf die Ankündigung.
Wie schon auf der offiziellen Site in der Pressemitteilung (bezüglich der Unterzeichnung des Plattenvertrages bei Sony/BMG) angedeutet, lässt sich bei Jennifer wirklich ein "back to the roots"-Trend nachvollziehen. Dass dieser Trend nun so wörtlich verstanden werden kann, hätte wohl keiner vermutet: Jenny Stationen sehen folgendermaßen aus: nach München ging es nach Los Angeles, dann nach New York, dann nach London und nun wieder zurück nach Deutschland. Eine tolle Nachricht für alle deutschen Fans, die weitreichende Folgen haben könnte: eine dauerhafte Präsenz könnte auch zwangsläufig bedeuten, dass wir Jennifer Rush in Zukunft viel öfter zu Gesicht bekommen, als bisher. Natürlich ist London nicht New York, aber auch diese kurze Entfernung ist für spontane Auftritte oder Interviews nicht gerade förderlich. Bevor aber die Freude allzugroß wird, will ich mich weiteren Spekulationen nicht hingeben, denn es könnte ja auch sein, dass Jennifer Rush nur temporär nach Berlin zieht, bis die Arbeiten und die anschließende PR an dem Album abgeschlossen sind. Und selbst, wenn sie nach Berlin zieht, heißt das nicht automatisch, dass sie künftig immer in Deutschland sein wird. Wie auch schon beim Umzug nach London hat Jenny ihre Wohnung in New York nicht aufgegeben und ist hin-und-her gereist. Ich vergaß, ich wollte nicht spekulieren, wir werden es ja bald sehen. Eins ist jedoch klar: Katja hat schon immer gesagt, dass Jenny in Deutschland willkommen sei. Katja? Das ist ein Insider... oder vielleicht auch nicht, grins.
Zurück zum Event: es folgten weitere Hits, wie "Ave Maria", "Tears In The Rain", "Higher Ground", "Destiny" oder "Ring Of Ice", die Jennifer suverän und kraftvoll gesungen hat. Dabei verstand sie es stets, ihre gute Laune auf das Publikum zu übertragen: sie flirtete, munterte zum mitsingen und mittanzen auf, was auch rege vom Publikum befolgt wurde. Ich habe in den letzten 22 Jahren schon so einige Konzerte und Auftritte von Jennifer Rush miterleben dürfen, aber dieses zählt - neben Rostock im Jahre 2007 - definitiv zu meinen Highlights. Vor dem letzten Song - natürlich "The Power Of Love" - verschwand Jennifer Rush kurz hinter die Bühne, um kurz darauf mit den legendären Worten "The whispers in the morning..." die 15.000 Menschen in der Arena wiederholt zu Begeisterungsstürmen zu bewegen. Die Kulisse verwandelte sich in ein Lichtermeer aus hunderten von Feuerzeugen (oder zeitgemäß ausgedrückt: leuchtende Handy-Displays), Pärchen umarmten und küssten sich während Jennifer ihren größten Hit sang. Einfach genial!
Tja, und so schnell waren die 45 Minuten dann auch wieder vorbei. Die mittlerweile fast zum Markenzeichen gewordene Zugabe bei Jennifer Rush-Konzerten ("Great Balls Of Fire") musste wohl leider dem straffen Zeitplan weichen, was einerseits schade war aber andererseits dem perfekten Auftritt von Jennifer Rush keinen Abbruch tat.
Zusammenfassend bleibt mir nur noch zu sagen: Danke Jenny für diesen tollen Abend! Aber auch ein großer Dank an die Band, die mit neuen und frischen Arrangements Jennifer Rush grandios begleitet hat. Mehr davon! Meiner Meinung nach war das die perfekte Generalprobe für das neue Album und die hoffentlich anschließende, vierte offizielle Jennifer Rush-Tournee. Last but not least: Danke Thommy für die Karten!
Hinweis: viele weitere Bilder findet ihr in der Galerie!

Oh ja, es war einfach gigantisch in Berlin! Bisher war ich noch nie live dabei, obwohl ich es mir doch immer vorgenommen hatte. Ich muss sagen, ich war von der Stimme UND von der Show richtig überwältigt. Die Stimme war live irgendwie noch beeindruckender als auf den Alben selbst. Ja, und die Show selbst "lief" einfach - als wäre es das Natürlcihste überhaupt. Prima Zusammenspiel von Sängerin und Band. Chapeau. Leider war der Auftritt nur kurz (war aber im Vorfeld so angekündigt!)






